Cassirer, Ernst (1931); „Mythischer, ästhetischer und theoretischer Raum“

Cassirer versteht Raum und Zeit als die beiden zentralen Komponenten „des architektonischen Baues der Erkenntnis“[1] überhaupt. Erkenntnis kann erst dann gewonnen werden, wenn die Wahrnehmung der gegenwärtig in der Welt befindlichen Dinge um die Miteinbeziehung der geschichtlichen Relevanz von Raum und Zeit für das Wie eben dieser Objekte/Welt ergänzt wird. Je tiefer die Erkenntnis in die Strukturen von Raum und Zeit eindringt, desto eher erfasst sie ihre eigenen Voraussetzungen und Prinzipien; dabei sind Raum und Zeit gegenständliches Korrelat und Gegenhalt zu der Erkenntnis.

Um diese Einsicht zu bestätigen und zu erweitern, schlägt Cassirer vor, verschiedene Grundformen geistiger Gestaltung unter die Lupe zu nehmen – eben im Bewusstsein dessen, dass vorderhand die Grundfrage nach Form von Raum und Zeit geklärt oder zumindest gestellt werden muss. Die Kunstwissenschaft muss also Wesen des Raums und räumlicher Darstellung klären.

Am Beginn steht „die räumliche Vorstellung im allgemeinen und die Formvorstellung als die des begrenzten Raumes im besonderen“[2] als – im Wesentlichen – Realität, da Mensch sich auf diese Art und Weise in der Außenwelt orientiert.


[1] Cassirer, Ernst; S. 485

[2] Cassirer, Ernst; S. 486

Cassirer, Ernst (1931); „Mythischer, ästhetischer und theoretischer Raum“ weiterlesen

Schmarsow, August (1894); „Das Wesen der architektonischen Schöpfung“

Der vorliegende Text – Schmarsows Leibziger Antrittsvorlesung von 1893 – ist ein disziplinäres Gründungsdokument, um Architektur aus den Niederungen einer reinen formalen Baudisziplin hin zu einer freien Kunstwissenschaft zu erheben. Schmarsow begründete dadurch eine neue Epoche der Architektur, die sich seit damals in die Riege der „Schönen Künste“ als ein tektonisches Kunsthandwerk einreihen lässt.

Schmarsow, August (1894); „Das Wesen der architektonischen Schöpfung“ weiterlesen

Hamedinger, Alexander (1997); „Raum, Struktur und Handlung als Kategorien der Entwicklungstheorie. Eine Auseinandersetzung mit Giddens, Foucault und Lefebvre“

Die folgende Auseinandersetzung mit des Autor’s Auseinandersetzung erfolgt relativ „häppchenweise“. Und erneut liegt der Grund ganz einfach in dem anders gelagerten Forschungsinteresse, der anders begründeten Herangehensweise, vermutlich differenten gesellschaftstheoretischen Grundüberlegungen und der Entstammung aus einer anderen wissenschaftlichen Disziplin. Alexander Hamedinger bietet in seinem angenehm zu lesenden Werk eine Art Begriffsarbeit im Rahmen der (ökonomischen) Entwicklungstheorie an. Er will einen Beitrag dazu leisten, ihren Zugang zu öffnen und sich der ständig transformierenden materiellen Ausformungen von Raum, Struktur und Handlung adäquat zu nähern.

Hamedinger, Alexander (1997); „Raum, Struktur und Handlung als Kategorien der Entwicklungstheorie. Eine Auseinandersetzung mit Giddens, Foucault und Lefebvre“ weiterlesen

Torfing, Jacob (1999); „New Theories of Discourse. Laclau, Mouffe and Žižek“

Jacob Torfing geht in seinem ausführlichen Werk zu drei Klassikern der Diskurstheorie vorderhand auf Ernesto Laclau’s und Chantal Mouffe’s diskurstheoretische Herangehensweise ein. Slavoj Žižek wird “nur” insofern behandelt, als er einen – weiter unten näher erwähnten – wesentlichen Einfluss auf die Ausgestaltung derer Ansichten von Diskurs hatte. Unsere Motivation, sich mit Laclau/Mouffe zu beschäftigen stützt sich auf die oftmalige Erwähnung ihrer Überlegungen in jeglicher Literatur bzgl. der Akteursebene von/in Diskursen.

Torfing, Jacob (1999); „New Theories of Discourse. Laclau, Mouffe and Žižek“ weiterlesen

Plöger, Peter (2002); „Wissenschaft durch Wechselwirkung. Bausteine zu einem diskursiven Modell der Wissenschaften“

In vorliegendem Buch versucht sich der Autor Peter Plöger, deutscher Wissenschaftstheoretiker, an einer Kombination von Wissenschaftstheorie und Linguistik in einem von ihm so benannten Wechselwirkungsmodell. Die folgende Beschäftigung mit seinen Ausführung erfolgt aufgrund einiger – für unser Projekt – nicht-relevanter Fragestellungen nur auszugsweise und dementsprechend lückenhaft und fast schon stichwortartig. Auch die hier aufscheinenden Bereiche werden nicht immer dem zugrunde liegenden Werk entsprechend in die Betrachtung mit einbezogen. Je näher eine Konkretisierung unseres Forschungsvorhabens und unserer Herangehensweise heranrückt, desto selektiver werden wir bzgl. der Auswahl unserer Literatur vorgehen (müssen).

Um den anschließenden Zeilen dennoch einen Rhythmus zu geben, sie nicht allzu vereinsamt und zusammenhanglos dastehen zu lassen, sollen Kritik und Projektrelevanz nicht abschließend angehängt, sondern in den Text integriert werden; für den – hoffentlich nicht eintretenden Fall – dass diese Einwürfe nicht unmittelbar erkenntlich sind, werden sie leicht vom linken Rand abgesetzt. Somit kommt es zu einem Gegenüber von Plöger’s Buch entnommenen Aussagen und Argumenten auf der einen, und Einschätzungen der unmittelbaren Relevanz eben dieser für unser Forschungsvorhaben auf der anderen Seite.

Plöger, Peter (2002); „Wissenschaft durch Wechselwirkung. Bausteine zu einem diskursiven Modell der Wissenschaften“ weiterlesen