Delaney, David (2005); „Territory. A Short Introduction“

Der Autor des vorliegenden Textes versucht sich an einer überblicksähnlichen Darstellung verschiedener sozialwissenschaftlicher Herangehensweisen an Territorium. Sein Ausgangspunkt ist das – seiner Meinung nach – alltäglicheVerständnis des im Zentrum stehenden Begriffs: „Territory, according to common understandings, promotes peace through certainty by clearly defining and delineating the workings of power.“[1] Diese stabilisierende Funktion wird Territorium durch dessen Abgrenzung und Definition von Souveränität gegenüber anderen verliehen. Frei nach dem Motto: „Good fences make good neighbors.“[2] Dementsprechend ist diese Komponente natürlich auch zentrales Charakteristikum, und nach wie vor fundamentales Prinzip internationalen Rechts.

Delaney listet die sehr offensichtlichen Funktionen von und Zuschreibungen zu eingegrenzten Territorien auf; so zum Beispiel Territorium als Ausschlussprinzip, die Legitimierung kriegerischer Auseinandersetzungen, die Organisation sozialer Verhältnisse, die gesellschaftliche Zusammenfassung menschlicher Individuen, etc..


[1] Delaney, David; S. 1

[2] Delaney, David; S. 1

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Sassen, Saskia (2006); „Territory. Authority. Rights. From Medieval to Global Assemblages“

In einleitenden Überlegungen zu vorliegendem Werk kritisiert Sassen zwar die ungebrochene Dominanz des Nationalstaates in den Überlegungen sozialwissenschaftlicher Theoretiker, räumt aber im selben Atemzug ein, dass – im Gegensatz zum modernen demokratischen Nationalstaat – globale Institutionen einfach nach wie vor unterentwickelt sind. Dementsprechend relevant ist dieser Akteur auch in folgenden Gedankengängen zu Territorium, Herrschaft und Recht.

Alle diese Konzepte sind – wie zum Beispiel auch Ökonomie und Sicherheit – und werden auf der Ebene des Nationalen konstruiert; und so spielt diese Ebene selbst im Kontext der so genannten und viel zitierten denationalisierenden Prozessen eine wesentliche Rolle. „A good part of globalization consists of an enormous variety of micro-processes that begin to denationalize what had been constructed as national […]. Sometimes these processes of denationalization allow, enable, or push the construction of new types of global scalings of dynamics and institutions; other times they continue to inhabit the realm of what is still largely national.”[1]


[1] Sassen, Saskia; S. 1

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Dear, Michael/ Wolch, Jennifer (Hrsg.) (1989); „The Power of Geography. How Territory Shapes Social Life“

Im vorliegenden Sammelband, welcher sich selbst im Grenzland zwischen Soziologie und Humangeographie ansiedelt, geht es den Herausgebern und Autoren darum, Gesellschaftstheorie zu rekonstruieren, um die Vielfältigkeit gesellschaftlich-räumlicher Prozesse erfassen zu können; und das im Lichte der Erhellung, die das Richten des Fokus auf die Mechanismen der gegenwärtigen kapitalistischen Gesellschaft mit sich bringen soll: „society as a ‚time-space fabric’ upon which are engraved the processes of political, economic, and socio-cultural life.“[1]

 

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Harvey, David (1984); „On the History and Present Condition of Geography: An Historical Materialist Manifesto“

Es liegt hier also ein Text vor uns, dessen Veröffentlichung schon mehr als 20 Jahre in der Vergangenheit liegt. Als Solche in einer realpolitisch und sogar ideengeschichtlich schon relativ weit zurückliegenden Phase der Feder des bekannten Sozial-Geographen David Harvey entsprungen, sind diese Gedanken vor allem aber im Kontext von dessen persönlicher wissenschaftlicher Entwicklung heute mit Vorsicht und einigem Abstand zu genießen.

Im Prinzip geht es ihm um – wie die Überschrift unschwer vermuten lässt – den gegenwärtigen Stand „seiner“ Disziplin, der Geographie. Es lässt sich von Anfang an eine Art Plädoyer für eine Einbeziehung der historischen sozio-ökonomischen Bedingungen von gesellschaftlicher Entwicklung in die geographische Herangehensweise erahnen. Dieser Annahme wiederum würde der Anspruch eines materialistischen Manifests im Titel entsprechen.

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Lotman, Jurij (1970); „Künstlerischer Raum, Sujet und Figur“

Lotman versucht in seinem Text dem Raum der Literatur und Kunst nachzugehen. Lotmans Abhandlung ist insofern von Relevanz als er den „symbolischen Raum der Literatur nicht mehr ausgehend vom originären Zentrum eines reflexiven Erfahrungssubjektes“[1] fasst, sondern an die Stelle bewusstseinsphilosophischer und medienanthropologischer Metareflexion tritt bei Lotman der Raum als Erzeugnis kulturell bestimmter Zeichenverwendungen. Dadurch hebt sich Lotman klar von den subjektsbezogenen Ansätzen eines Schmarsows oder Herrmanns ab.


[1] Lüdeke, Roger (2006): Ästhetische Räume. Einleitung. In: Dünne, Jörg / Günzel, Stephan (Hg.) (2006): Raumtheorie. Grundlagentexte aus Philosophie und Kulturwissenschaften. Suhrkamp: Frankfurt/Main, S. 457

Lotman, Jurij (1970); „Künstlerischer Raum, Sujet und Figur“ weiterlesen