Einträge von Christian Neugebauer

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Mittwoch, 14. März 2007

Barberi, Alessandro (2002); "Diskursanalyse und Historiographie. Prolegomena zu einer Archäologie der Archäologie"

Geschrieben von Christian Neugebauer in Diskurstheorie
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Eines vorweg: Der Titel dieses Artikels[1] klang für unsere Projekt vielversprechend, konnte aber schlussendlich nicht das halten, was er versprochen hatte. Der Bezug zu unserer Thematik ist ausgesprochen gering bis gar nicht vorhanden. Deshalb fasste ich den Artikel nur in dessen rudimentären Grundzügen zusammen und ließ es damit bewenden, ohne genauer auf den Inhalt einzugehen. Schlicht und ergreifend deshalb, weil er für uns von keinem weiterführendem Interesse ist.

Aufbauend auf Deleuze, Heidegger, Nietzsche und dem philosophischen Gegensatz zwischen Archäologie und Genealogie der Diskurstheorie versucht Barberi – in diesem Artikel – eine inhaltliche Auseinandersetzung und Annäherung an die epistemologische Perspektivpaare Idee versus Materie bzw. Diskurs versus Technik. Unter zu Hilfenahme eines Rekurses auf Historiographie und Geschichte näherte sich Barberi diesen epistemologischen Gegensätzen an. Als Ausgangspunkt seiner Analyse diente Barberi die permanente Herstellung von Formen der Historizität aufgrund der seit Jahren zu beobachtbaren Konfrontation zwischen Diskurs- und Mediengeschichte. Seine, diesem Artikel, zugrundeliegende Diagnose soll eine diskurshistorische Selbstreflexion des wissenschaftlichen Gegenstandes Geschichte ermöglichen, gerade weil das Aufeinanderprallen von Diskurs- und Mediengeschichte mit seiner inhärenten Historizität auf eine wissensgeschichtliche Bearbeitung drängt. Im Text selbst nimmt Barberi zwei wissenschaftliche „Probebohrungen“ vor, um den obigen Ansatz zu veranschaulichen. Erstens wird auf allgemeinem Niveau das Verhältnis von Diskurs, Medien und Historiographie im Kontext der Annales-Schule beleuchtet und zweitens wird ein Blick auf die Auswirkungen der Theorie des historischen Strukturalismus auf Permutationsmöglichkeiten der Geschichte geworfen.

Für mich als Leser des Artikels präsentierte sich dieses Vorhaben etwas konfus und war von einer Aneinanderreihung an Zitaten von verschiedenen Größen der geschichtswissenschaftlichen Disziplin (z.B. Braudel) geprägt. Da der vorliegende Artikel jedoch keine weiterführende Relevanz für unser eigenes Projekt besitzt, will ich meine magere Kritik darauf bewenden lassen und nicht weiter darauf eingehen.


[1] Barberi, Alessandro (2002): Diskursanalyse und Historiographie. Prolegomena zu einer Archäologie der Archäologie. In: Sieder, Reinhard (Hg.) (2004): Fakten Daten Diskurse. Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften. 15. Jg. Heft 2, Studien Verlag: Innsbruck, Wien u.a. 71-89.

 

Mittwoch, 14. März 2007

Bachelard, Gaston (1957); "Poetik des Raumes"

Geschrieben von Christian Neugebauer in Raum
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Im vorliegenden Text beschäftigt sich Bachelard mit der „Topophilie“; d. h. mit der Analyse „des glücklichen Raumes“. Zentral Aspekt hierbei ist die Eruierung des menschlichen Wertes von Besitzräumen. Für Bachelard bedeutet dies den Raum, als erfahrbares Etwas, in all seinen empfindungsmäßigen Konsequenzen zu untersuchen. Somit sind die, von der Einbildungskraft, erfassten Räume keine indifferenten, für sich allein stehenden Räume die nur den geometrischen Maßeinheiten zuzurechnen sind, sondern erlebbare Ausgedehntheiten, die nicht nur in ihrer Positivität erlebt werden. Stattdessen werden Räume mit aller Parteinahme der Einbildungskraft perzipiert. Bachelard versucht nun die gefühlsmäßigen Zugänge zur räumlichen Vorstellung anhand von gedanklichen Bildern – die Ausdruck des menschlichen Raumvorstellens sind – zu analysieren. „Unaufhörlich imaginiert die Einbildungskraft und bereichert sich mit neuen Bildern. Diesen Reichtum imaginierten Seins wollen wir erforschen“[1].


[1] Bachelard, Gaston (1957): Poetik des Raumes. In: Dünne, Jörg / Günzel, Stephan (Hg.) (2006): Raumtheorie. Grundlagentexte aus Philosophie und Kulturwissenschaften. Suhrkamp: Frankfurt/Main, S. 167.

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Dienstag, 6. März 2007

Heidegger, Martin (1927); "Die Räumlichkeit des Daseins"

Geschrieben von Christian Neugebauer in Raum
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Heidegger betont und begründet die phänomenologische Idee des Raumes in der Zeit. Dabei grenzt er sich klar von „archäologischen Ansätzen“ bei Husserl oder den „geologischen Ansätzen“ von Merleau-Ponty ab. Für ihn besteht der Vorgang der Ergründung des Raumes in der „Destruktion“ der metaphysischen Systeme, das sich als transzendentale Beschreibung über die ursprüngliche Erfahrung gelegt hat. Insofern geht es Heidegger um eine neue Ontologie, befreit von den Irrtümlichkeiten der vorangegangenen Raumdiskursentwicklungen. Zentraler Irrtum und zugleich erste Begründung für seinen neuen Ansatz, ist die Diagnose, dass die Welt als Ganzes im philosophischen Bereich immer nur bezeichnet und nicht, wie notwendig, als Erfahrung von Wirklichkeit gedacht wurde.

Im vorliegenden Textauszug aus „Sein und Zeit“ geht es um die räumliche „Hervorbringung“ des Seins und deren Ausdehnung in der Welt.

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Freitag, 2. März 2007

Lewin, Kurt (1917); "Kriegslandschaft"

Geschrieben von Christian Neugebauer in Raum
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Wie schon im vorangegangenem Artikel genauer ausgeführt, haben sich in der phänomenologischen Debatte drei unterschiedliche Diskurszugänge entwickelt: der frankophone, der deutsche und der anglophone. Einer der Hauptvertreter der anglophonen phänomenologischen Strömung ist Kurt Lewin. Unter anderen war Lewin eine der zentralen Figuren die zur Etablierung eines eigenständigen topologischen Zugangs zur Raumproblematik auf verhaltenswissenschaftlicher Grundlage beigetragen haben. „Für den Raum formulierte Lewin eine holistische Perspektive um zu einer „Ökologischen Psychologie“ zu gelangen, in der die Gesamtheit der Mensch-Umwelt-Beziehungen im Vordergrund stehen“. Die vorliegende Arbeit von Lewin beschreibt in ausgesprochener Praxisnähe die grundlegenden theoretischen Gedanken Lewins.
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Dienstag, 27. Februar 2007

Einstein, Albert (1954); "Raum, Äther und Feld in der Physik"

Geschrieben von Christian Neugebauer in Raum
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Mit Albert Einstein beginnt in der Raumbetrachtung eine neu Epoche. Spätestens seit der Entwicklung seiner allgemeinen und speziellen Relativitätstheorie ist das „Container-Modell“ Denken des Raumes nicht mehr haltbar und der Raum verliert seinen absolutistischen Anspruch, der über Jahrzehnte hinweg zentraler Angelpunkt der Begrifflichkeit Raum gewesen ist. Die Verbindung von Zeit und Raum wird zum neuen Axiom der modernen Raumbetrachtung. Nur im Zusammenspiel und interaktivem Miteinander können sich die beiden Begriffe ihre Eigenständigkeit bewahren, andernfalls würden sie für sich alleine genommen in den Schatten der Wissenschaft sinken. Raum ist nicht mehr weiter aus sich heraus gegeben, sondern wird erst durch die Interaktion von Raumkörpern bzw. menschlichen Handlungen gemacht und bestimmt.
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Montag, 26. Februar 2007

Kant, Immanuel; Drei Texte über den Raum

Geschrieben von Christian Neugebauer in Raum
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Vorweg ein Satz in eigener Sache: Es ist immer wieder ein ergiebiges – wenn auch zeitraubendes und durchaus anstrengendes – Vergnügen sich mit Texten von Immanuel Kant auseinander zusetzen. Im vorliegenden Fall versuche ich drei Arbeiten von Kant zum Begriff Raum inhaltlich zusammen zu fassen: (1) Von dem ersten Grunde des Unterschiedes der Gegenden im Raum (1768); (2) Von dem Raume (1770); (3) Was heißt: sich im Denken orientieren? (1786). Zentral ist in allen drei Texten – neben der grundsätzlichen Auseinandersetzung mit dem Raum an sich –, dass Kant keinen rein naturwissenschaftlichen Zugang zur Thematik wählt, sondern transzendental argumentiert und dadurch versucht die Bedingungen der Möglichkeit von Aussagen über die Natur zu bestimmen.
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Dienstag, 20. Februar 2007

Descartes, René (1644); "Über die Prinzipien der materiellen Dinge"

Geschrieben von Christian Neugebauer in Raum
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Im ideengeschichtlichen Diskurs zum Begriff Raum nimmt der vorliegende Text zum einen eine ausgesprochen prominente Stellung ein und zum anderen ist die Abhandlung von Descartes als ein wichtiges Zwischenstück zwischen dem alten antiken, scholastisch-mittelalterlichen „Topos" Denken und dem damalig neuen newton´schen Raumbegriff einzuordnen. Descartes Denken steht für eine Überwindung der einheitlich gedachten Begrifflichkeit des Raumes, wobei der Doppelung der Welt in eine materielle Welt des Seins und einer gedachten Welt des Kognitiven eine zentrale Rolle zukommt. Im folgenden versuche ich aus der Sicht von Descartes die zentralen Aussagen seiner Abhandlung aus dem Jahre 1644 zusammenzufassen.
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Montag, 19. Februar 2007

Nonhoff, Martin; "Diskurs"

Geschrieben von Christian Neugebauer in Diskurstheorie, Methodologie
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Nonhoff leitet seinen Text ein, wie offensichtlich alle Autoren ihre Texte einleiten, die den Diskurs als Untersuchungsgegenstand aufgreifen. Er streicht die Hochkonjunktur der Begrifflichkeit innerhalb der Sozialwissenschaften heraus, betont dabei aber, dass es nach wie vor ein relativ vernachlässigtes Thema innerhalb der sozialwissenschaftlichen Theoriebildung geblieben ist. Das trifft insbesondere dann zu, wenn man die Fortschritte in anderen geisteswissenschaftlichen Disziplinen wie z.B. der Sprachwissenschaft oder der Ethnologie als Vergleich heranzieht.

Gleich zu Beginn seiner Auseinandersetzung mit vorliegendem Thema trifft er eine grundlegende Begriffsunterscheidung. Er trennt den Diskursbegriff auf in eine Diskurstheorie normativer Prägung einerseits und einen Diskursbegriff analytischer Prägung andererseits. Im Verlauf der Lektüre seines Textes hat sich diese begriffliche Aufspaltung als durchaus gelungen und nachvollziehbar erwiesen. 

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Dienstag, 6. Februar 2007

Systemtheorie senso Luhmann

Geschrieben von Christian Neugebauer in Sonstige Theorieansätze
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Eines gleich einmal vorweg: Nach der Lektüre von „Soziale Systeme“ (Luhmann: 1984), einiger Sekundärquellen und der Durchsicht von „Einführung in die Systemtheorie“ (Luhmann: 2002 – Eine Transkription der von Luhmann gehaltenen Vorlesung an der Uni Bielefeld) wurde für mich rasch klar, dass sich eine Zusammenfassung der luhmann´schen Theorie ausgesprochen schwierig gestalten wird.  Im folgenden möchte ich daher nur versuchen die Systemtheorie nach Luhmann in dessen Eckpunkten zu skizzieren. Die Darstellung erhebt natürlich keinesfalls den Anspruch die Systemtheorie in ihrer Gesamtheit darzustellen, sondern ist eine Widerspiegelung dessen, was mir als besonders interessant während der Lektüre ins Auge gesprungen ist.
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