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Samstag, 7. Juli 2007 Lüdeke, Roger (2006); Ästhetische RäumeGeschrieben von Christoph Clar in RaumKommentare (0) | Trackbacks (0) Ohne Umschweife beginnt Roger Lüdeke in seiner Einleitung zum Kapitel über ästhetische Räume auf Ernst Cassirer einzugehen, dessen Philosophie der symbolischen Formen die Anschauungsform des Räumlichen als ordnend für die menschliche Lebenswelt beschreibt. Raum ist bei ihm an die menschliche Wahrnehmung seines eigenen Körpers und der diesen umgebenden Wirklichkeit gebunden; diese Subjekt-bezogene Raumvorstellung verbindet sich in Cassirer’s ästhetischem Raummodell interessanterweise mit einem relationalen Konzept von Raum, welches diesen „als den ‚Ertrag und das Ergebnis eines Prozesses der symbolischen Formung’ denkt“[1].
Die Welt ist weder nur die Gesamtheit von Körpern im Raum, noch ein einziges Zeitgeschehen, sondern ein System von Ereignissen. Cassirer’s Verständnis von Raum stellt den Ordnungsbegriff also über den Seinsbegriff; damit wird Welt logischerweise einer Zeichenordnung nachgeordnet. Raum und Zeit sind dementsprechend Anschauungsformen; sie werden verwendet um menschliches Erleben zu ordnen, um Unbestimmtes zu bestimmen. Cassirer differenziert dabei zwischen mythischem und ästhetischem Raum, die jeweils unterschiedlich „vorstrukturierte Felder des Denkens, der Sprache und der sozialen Interaktion“[2] erzeugen. Während die räumlichen Formen der mythischen Realitätsvorstellung keinerlei Reflexion voraussetzen (da hier keine Differenzierung zwischen immanenter bzw. empirischer und transzendenter Sinnssphäre besteht), sind für ästhetischen Lebensraum – genauso wie für den kausal-rationalen Lebensraum – chrono-logische Reflexionsformen kennzeichnend. „Gleichwohl geht das ästhetische Raumerleben nicht einfach in den Formen der rationalen Welterschließung auf.“[3]
Das Ästhetische also als Vermittlungsmedium zwischen dem Ich, dem gesetzten Anschauungsraum und den rationalen Formen der Welterschließung. „Die echte ‚Vorstellung’ ist immer zugleich Gegenüber-Stellung; sie geht aus vom Ich und entfaltet sich aus dessen bildenden Kräften, aber sie erkennt zugleich in dem Gebildeten ein eigenes Sein, ein eigenes Wesen und ein eigenes Gesetz – sie lässt es aus dem Ich ‚erstehen’, um es zugleich gemäß diesem Gesetz ‚bestehen’ zu lassen und es in diesem objektiven Bestand anzuschauen.“[4] Die ästhetische Erfahrung reflektiert die möglichen Bedingungen mythischer und rationaler Raumkonstitution; Raumrepräsentation ist also Modus der menschlichen Wirklichkeitsbewältigung. Und in diesem Verständnis sind auch die anderen Texte des vorliegenden Kapitels geschrieben. |
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