Europa entgrenzt.

Einträge für Juli 2007

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Donnerstag, 26. Juli 2007

Cassirer, Ernst (1931); "Mythischer, ästhetischer und theoretischer Raum"

Geschrieben von Christoph Clar in Raum
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Cassirer versteht Raum und Zeit als die beiden zentralen Komponenten „des architektonischen Baues der Erkenntnis“[1] überhaupt. Erkenntnis kann erst dann gewonnen werden, wenn die Wahrnehmung der gegenwärtig in der Welt befindlichen Dinge um die Miteinbeziehung der geschichtlichen Relevanz von Raum und Zeit für das Wie eben dieser Objekte/Welt ergänzt wird. Je tiefer die Erkenntnis in die Strukturen von Raum und Zeit eindringt, desto eher erfasst sie ihre eigenen Voraussetzungen und Prinzipien; dabei sind Raum und Zeit gegenständliches Korrelat und Gegenhalt zu der Erkenntnis.

 

Um diese Einsicht zu bestätigen und zu erweitern, schlägt Cassirer vor, verschiedene Grundformen geistiger Gestaltung unter die Lupe zu nehmen – eben im Bewusstsein dessen, dass vorderhand die Grundfrage nach Form von Raum und Zeit geklärt oder zumindest gestellt werden muss. Die Kunstwissenschaft muss also Wesen des Raums und räumlicher Darstellung klären.

Am Beginn steht „die räumliche Vorstellung im allgemeinen und die Formvorstellung als die des begrenzten Raumes im besonderen“[2] als – im Wesentlichen – Realität, da Mensch sich auf diese Art und Weise in der Außenwelt orientiert.



[1] Cassirer, Ernst; S. 485

[2] Cassirer, Ernst; S. 486

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Donnerstag, 26. Juli 2007

Schmarsow, August (1894); "Das Wesen der architektonischen Schöpfung"

Geschrieben von Christian Neugebauer in Raum
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Der vorliegende Text – Schmarsows Leibziger Antrittsvorlesung von 1893 – ist ein disziplinäres Gründungsdokument, um Architektur aus den Niederungen einer reinen formalen Baudisziplin hin zu einer freien Kunstwissenschaft zu erheben. Schmarsow begründete dadurch eine neue Epoche der Architektur, die sich seit damals in die Riege der „Schönen Künste“ als ein tektonisches Kunsthandwerk einreihen lässt.

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Mittwoch, 25. Juli 2007

Hamedinger, Alexander (1997); "Raum, Struktur und Handlung als Kategorien der Entwicklungstheorie. Eine Auseinandersetzung mit Giddens, Foucault und Lefebvre"

Geschrieben von Christoph Clar in Raum
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Die folgende Auseinandersetzung mit des Autor’s Auseinandersetzung erfolgt relativ „häppchenweise“. Und erneut liegt der Grund ganz einfach in dem anders gelagerten Forschungsinteresse, der anders begründeten Herangehensweise, vermutlich differenten gesellschaftstheoretischen Grundüberlegungen und der Entstammung aus einer anderen wissenschaftlichen Disziplin. Alexander Hamedinger bietet in seinem angenehm zu lesenden Werk eine Art Begriffsarbeit im Rahmen der (ökonomischen) Entwicklungstheorie an. Er will einen Beitrag dazu leisten, ihren Zugang zu öffnen und sich der ständig transformierenden materiellen Ausformungen von Raum, Struktur und Handlung adäquat zu nähern.

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Sonntag, 22. Juli 2007

Torfing, Jacob (1999); "New Theories of Discourse. Laclau, Mouffe and Žižek"

Geschrieben von Christoph Clar in Diskurstheorie
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Jacob Torfing geht in seinem ausführlichen Werk zu drei Klassikern der Diskurstheorie vorderhand auf Ernesto Laclau’s und Chantal Mouffe’s diskurstheoretische Herangehensweise ein. Slavoj Žižek wird “nur” insofern behandelt, als er einen – weiter unten näher erwähnten – wesentlichen Einfluss auf die Ausgestaltung derer Ansichten von Diskurs hatte. Unsere Motivation, sich mit Laclau/Mouffe zu beschäftigen stützt sich auf die oftmalige Erwähnung ihrer Überlegungen in jeglicher Literatur bzgl. der Akteursebene von/in Diskursen.

"Torfing, Jacob (1999); "New Theories of Discourse. Laclau, Mouffe and Žižek"" vollständig lesen
 

Dienstag, 10. Juli 2007

Plöger, Peter (2002); "Wissenschaft durch Wechselwirkung. Bausteine zu einem diskursiven Modell der Wissenschaften"

Geschrieben von Christoph Clar in Diskurstheorie
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In vorliegendem Buch versucht sich der Autor Peter Plöger, deutscher Wissenschaftstheoretiker, an einer Kombination von Wissenschaftstheorie und Linguistik in einem von ihm so benannten Wechselwirkungsmodell. Die folgende Beschäftigung mit seinen Ausführung erfolgt aufgrund einiger – für unser Projekt – nicht-relevanter Fragestellungen nur auszugsweise und dementsprechend lückenhaft und fast schon stichwortartig. Auch die hier aufscheinenden Bereiche werden nicht immer dem zugrunde liegenden Werk entsprechend in die Betrachtung mit einbezogen. Je näher eine Konkretisierung unseres Forschungsvorhabens und unserer Herangehensweise heranrückt, desto selektiver werden wir bzgl. der Auswahl unserer Literatur vorgehen (müssen).

Um den anschließenden Zeilen dennoch einen Rhythmus zu geben, sie nicht allzu vereinsamt und zusammenhanglos dastehen zu lassen, sollen Kritik und Projektrelevanz nicht abschließend angehängt, sondern in den Text integriert werden; für den – hoffentlich nicht eintretenden Fall – dass diese Einwürfe nicht unmittelbar erkenntlich sind, werden sie leicht vom linken Rand abgesetzt. Somit kommt es zu einem Gegenüber von Plöger’s Buch entnommenen Aussagen und Argumenten auf der einen, und Einschätzungen der unmittelbaren Relevanz eben dieser für unser Forschungsvorhaben auf der anderen Seite.

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Samstag, 7. Juli 2007

Lüdeke, Roger (2006); Ästhetische Räume

Geschrieben von Christoph Clar in Raum
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Ohne Umschweife beginnt Roger Lüdeke in seiner Einleitung zum Kapitel über ästhetische Räume auf Ernst Cassirer einzugehen, dessen Philosophie der symbolischen Formen die Anschauungsform des Räumlichen als ordnend für die menschliche Lebenswelt beschreibt. Raum ist bei ihm an die menschliche Wahrnehmung seines eigenen Körpers und der diesen umgebenden Wirklichkeit gebunden; diese Subjekt-bezogene Raumvorstellung verbindet sich in Cassirer’s ästhetischem Raummodell interessanterweise mit einem relationalen Konzept von Raum, welches diesen „als den ‚Ertrag und das Ergebnis eines Prozesses der symbolischen Formung’ denkt“[1].

 

Die Welt ist weder nur die Gesamtheit von Körpern im Raum, noch ein einziges Zeitgeschehen, sondern ein System von Ereignissen. Cassirer’s Verständnis von Raum stellt den Ordnungsbegriff also über den Seinsbegriff; damit wird Welt logischerweise einer Zeichenordnung nachgeordnet. Raum und Zeit sind dementsprechend Anschauungsformen; sie werden verwendet um menschliches Erleben zu ordnen, um Unbestimmtes zu bestimmen. Cassirer differenziert dabei zwischen mythischem und ästhetischem Raum, die jeweils unterschiedlich „vorstrukturierte Felder des Denkens, der Sprache und der sozialen Interaktion“[2] erzeugen. Während die räumlichen Formen der mythischen Realitätsvorstellung keinerlei Reflexion voraussetzen (da hier keine Differenzierung zwischen immanenter bzw. empirischer und transzendenter Sinnssphäre besteht), sind für ästhetischen Lebensraum – genauso wie für den kausal-rationalen Lebensraum – chrono-logische Reflexionsformen kennzeichnend.  „Gleichwohl geht das ästhetische Raumerleben nicht einfach in den Formen der rationalen Welterschließung auf.“[3]

 

Das Ästhetische also als Vermittlungsmedium zwischen dem Ich, dem gesetzten Anschauungsraum und den rationalen Formen der Welterschließung. „Die echte ‚Vorstellung’ ist immer zugleich Gegenüber-Stellung; sie geht aus vom Ich und entfaltet sich aus dessen bildenden Kräften, aber sie erkennt zugleich in dem Gebildeten ein eigenes Sein, ein eigenes Wesen und ein eigenes Gesetz – sie lässt es aus dem Ich ‚erstehen’, um es zugleich gemäß diesem Gesetz ‚bestehen’ zu lassen und es in diesem objektiven Bestand anzuschauen.“[4]

Die ästhetische Erfahrung reflektiert die möglichen Bedingungen mythischer und rationaler Raumkonstitution; Raumrepräsentation ist also Modus der menschlichen Wirklichkeitsbewältigung. Und in diesem Verständnis sind auch die anderen Texte des vorliegenden Kapitels geschrieben.



[1] Lüdeke, Roger; S. 449

[2] Lüdeke, Roger; S. 451

[3] Lüdeke, Roger; S. 452

[4] Cassirer, Ernst; Mystischer, ästhetischer und theoretischer Raum; in: Dünne, Jörg/Günzel, Stephan; S. 485 – 500; zitiert in: Lüdeke, Roger; S. 452

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Freitag, 6. Juli 2007

Vorläufige Vorgehensweise; Projektoutline Juli 2007

Geschrieben von Christoph Clar in Projekt Fortschritte
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Seit unserer ersten Präsentation im Dissertanten-Privatissimum Politische Theorie von Prof. Eva Kreisky im WS 06/07 haben wir uns voll und ganz auf die Ausarbeitung des ersten Teils unseres Dissertationsprojektes konzentriert: Die Konzepte rund um die Begrifflichkeit Raum und im speziellen des „Europäischen Raumes“ (ER).

Ausgehend von unserer Hypothese:

  • Die begriffliche Verwendung von Europäischer Raum erfüllt verschiedene Funktionen (in der Wissenschaft; für die   Produktion einer "Europäischen Identität"; etc.); diese sind Resultate der Tatsache, dass Akteure den Begriff entsprechend ihrer "Interessen - als Ausdruck ihrer sozio-ökonomischen, gesellschaftlichen Bedingungen - beeinflussen. 

und in enger Affinität zu unseren Forschungsfragen:

  • Forschungsinteresse:

o   Welche Akteure sind verantwortlich für die (gegenwärtige) diskursive Konstruktion des Begriffs Europäischer Raum?

o       Welche Interessen drücken sich in/durch diesem/n Diskurs aus?

o Welche sozio-ökonomischen und gesellschaftlichen Bedingungen determinieren diese Akteure?

o   Welche Funktionen erfüllt der Begriff bzw. die Verwendung des Begriffs Europäischer Raum (vorderhand im wissenschaftlichen Diskurs; evtl. weiterführend im Alltag)? Und: Welche Funktion erfüllt die Konstruktion von Räumen überhaupt?

  • Weiterführend:

o Welche „Probleme“ stellt die gegenwärtige Bedeutung von Europäischer Raum für die Internationalen Beziehungen, etc. dar?

o       Welche Komponenten werden dabei ausgeblendet?

versuchen wir uns der Begrifflichkeit Raum bzw. Europäischer Raum anzunähern.

"Vorläufige Vorgehensweise; Projektoutline Juli 2007" vollständig lesen
 
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