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Sonntag, 3. Juni 2007 Simmel, Georg (1903); "Über räumliche Projektionen sozialer Formen"Geschrieben von Christoph Clar in RaumKommentare (0) | Trackbacks (0) Georg Simmel sieht in vorliegendem Text den Untersuchungsgegenstand Raum und die diesen anvisierende Herangehensweise im Gegensatz zum damaligen (Anfang des 20. Jahrhunderts) Mainstream, oder zumindest zur alltäglichen Anschauung. Er wendet die Kausalkette gewissermaßen um, hinterfragt die Wirkung sozialer Vorgänge auf Raumgestaltung (und war damit einer der Ersten!).
Gebietshoheit, die Herrschaft über räumliche Gebiete ist für Simmel der(!) Ausdruck menschlicher Herrschaftsübung (über Menschen). Simmel begreift also nicht die Beherrschung von Gebiet als Beherrschung der darauf lebenden Menschen, sondern umgekehrt; sie ist bloße Abstraktion, Formulierung der Herrschaft über Personen. An welchen Orten sich die Beherrschten befinden, ist letztendlich nicht ausschlaggebend; daraus ergibt sich eine Unendlichkeit punktueller Möglichkeiten. Personenbeherrschung ist also nie direkte Folge von Bodenbeherrschung (entgegen mancher historischer Beispiele, die Simmel selbst anführt). Ganz im Gegenteil, muss Ersteres immer ein besonderer Zweck sein, eine ausdrückliche Absicht – und somit „durch besondere Normen oder Machtübungen hergestellt“[1]. Folgerichtig ist Zweiteres etwas Sekundäres, die Folge. |
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