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Montag, 14. Mai 2007 Virilio, Paul (1984); "Die Auflösung des Stadtbildes"Geschrieben von Christoph Clar in RaumKommentare (0) | Trackbacks (0) Paul Virilio macht sich in vorliegendem Text – aus einem architektonischen Blickwinkel – Gedanken über das Verschwinden oder gar die Auflösung der – ehemals baulich klar definierten – Grenzen von Großstädten. Die moderne Großstadt darf – wenn sie überhaupt eine geographische Position hat – nicht mehr an der klaren Unterscheidung Stadt/Land, Zentrum/Peripherie festgemacht werden. Virilio führt dafür einerseits die Wucherung von Vorstädten, die Veränderungen im Transportwesen, die Entwicklung neuer Kommunikations- und Telekommunikationsmedien ins Treffen. Auf der anderen Seite fokussiert er aber auch auf die materialen Veränderungen im Städtebau (vom Verlust der „Opazität der Bau-Werkstoffe“[1] bis zu der Evolution einer „elektronischen Topologie“[2]). Er beschreibt die veränderte Stadtarchitektur, die Dominanz technischer Kultur, eine vermeintliche Immaterialität ihrer Bestandteile, den Verlust eines handwerklich hergestellten Gewebes als Raum für eine Einschreibung städtischer Kultur, und letztendlich eine damit einhergehende Verschiebung und Erschütterung ehemals klar definierter und strukturierter Raum-Zeit-Beziehungen (Abhängigkeit des Tag-Nacht-Rhythmus von natürlichem Tageslicht, o.ä.). Sonntag, 6. Mai 2007 Lacan, Jaques (1954); "Die Topik des Imaginären"Geschrieben von Christian Neugebauer in RaumKommentar (1) | Trackbacks (0) Jaques Lacan konzentriert sich in seinen Schriften auf die Entwicklung des einzelnen Subjekts, das mikrostrukturell ähnlichen Prozessen ausgesetzt ist wie die Menschheit als Ganzes. Lacan bezieht sich in seinen Darstellungen – gerade auch in dem Text „Die Topik des Imaginären“ – auf Freuds Konzept der „Psychischen Topik“.[1] Im vorliegenden Textauszug selbst beschäftigt sich Lacan mit einem Beispiel anhand dessen er sein Experiment des Spiegelstadiums zu verdeutlichen versucht. Prinzipiell dient das Spiegelstadium als Darstellungsmöglichkeit von nicht sichtbaren psychischen Prozessen, um die Idee – wie schon erwähnt in enger Anlehnung an die freud´schen Theorien – einer „psychischen Lokalität“ zu veranschaulichen. Um seine Herangehensweise zu verdeutlichen bediente sich Lacan der grundlegenden Hypothesen der Optik. Für Lacan ist die Optik neben der Mechanik und der Geometrie eine, innerhalb einer Fülle an entlehnten Veranschauungsmodellen, denen sich die Wissenschaft der Psychologie bedient, um im Bereich Lokalisierungsforschung adäquate Ansätze der Veranschaulichung zu entwickeln, anhand dessen „psychische Lokalisierung“ des Ichs, Ego und Es in partikulären Bereichen des Gehirns verortet werden können. Nebst seinem prinzipiellen Rückgriff auf die Optik als Veranschauungsmodell führt Lacan entlang der grundsätzlichen Hypothesen der Optik in die immanente Wichtigkeit der Trennung zwischen realem und virtuellem Raum ein. Auf der Trennung bzw. Unterscheidung dieser beiden miteinander in enger Relation stehender Begriffe fußt nachfolgendes Experiment. Ohne eine perzeptionelle Trennung dieser beiden Sphären wäre ein Verständnis des Spiegelstadiums und dessen Bedeutung für den Raumdiskurs völlig unmöglich. „Die optischen Bilder weisen eigenartige Verschiedenheiten auf – einige sind rein subjektiv, das sind die, die man virtuell nennt, während andere real sind, das heißt, sich, von bestimmten Seiten, wie Objekte verhalten und als solche behandelt werden können. […] Eine Sache ist doch noch überraschender, nämlich die, dass die Optik vollständig auf einer mathematischen Theorie beruht, ohne die es absolut unmöglich ist, sie zu strukturieren. Damit es eine Optik gebe, muss jedem gegebenen Punkt eines realen Raumes ein und nur ein Punkt in einem anderen Raum korrespondieren, der der imaginäre Raum ist. Das ist die grundlegende strukturelle Hypothese.“[2] [1] Vgl. Dünne, Jörg / Günzel, Stephan (Hg.) (2006): Raumtheorie. Grundlagentexte aus Philosophie und Kulturwissenschaften. Suhrkamp: Frankfurt/Main, S. 198 f. [2] Lacan, Jaques (1954): Die Topik des Imaginären. In: Dünne, Jörg / Günzel, Stephan (Hg.) (2006): Raumtheorie. Grundlagentexte aus Philosophie und Kulturwissenschaften. Suhrkamp: Frankfurt/Main, S. 213 Freitag, 4. Mai 2007 Leroi-Gourhan, André (1965); "Die symbolische Domestikation des Raums"Geschrieben von Christoph Clar in RaumKommentare (0) | Trackbacks (0) Mit Leben erfüllte Formen gibt es nur durch eine Einbettung in ihre jeweilige mit einem menschlichen Symbolsystem angefüllte soziale Umgebung. „Die menschliche Tatsache par excellence ist [..] die Domestikation von Zeit und Raum.“[1] Die raum-zeitliche Wahrnehmung an sich existiert von Anfang an; dementsprechend macht sich Leroi-Gourhan im vorliegenden Text – aufbauend auf dieser grundsätzlichen Annahme – auf die Suche und Analyse von Spuren des Übergangs von einem passiv hingenommenen zu einem konstruierten – und demzufolge humanisierten – Raum (der seiner Ansicht nach die Menschen von Tieren unterscheidet). |
Kalender Suche Aktuelles Delaney, David (2005); "Territory. A Short Introduction"
Dienstag, Januar 22 2008 Sassen, Saskia (2006); "Territory. Authority. Rights. From Medieval to Global Assemblages" Montag, Dezember 17 2007 Dear, Michael/ Wolch, Jennifer (Hrsg.) (1989); "The Power of Geography. How Territory Shapes Social Life" Montag, Dezember 10 2007 Dissertationsoutline für Präsentation Anfang Dezember 07 Montag, Dezember 10 2007 Vorläufige Vorgehensweise; Projektoutline November 2007 Sonntag, November 4 2007 Kategorien Mnemosyne Angesichts der umfangreichen Literatur stellte sich für uns das Problem wie wir logistisch den Überblick darüber bewahren sollten. Daher starteten wir ein Projekt mit dem Ziel eine webbasierte Datenbank zu erstellen. In Analogie zur griechischen Göttin der Erinnerungsgabe und Mutter der griechischen Musen nannten wir unsere vorläufig nicht öffentliche Literaturdatenbank: Verwaltung des Blogs Creative Commons Dieser Inhalt ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert. |