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Einträge für April 2007

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Mittwoch, 25. April 2007

Keller, Reiner (2004); "Diskursforschung. Eine Einführung für SozialwissenschaftlerInnen"

Geschrieben von Christian Neugebauer in Diskurstheorie
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Der Diskurs-Begriff droht vor allem in den Sozialwissenschaften insofern einer inflationären Verwendung zu unterliegen, als dass er in verschiedensten Bedeutungszusammenhängen und theoretischen Auffassungen – oft unkommentiert – verwendet wird. Glauben – wie in unserem Fall – Wissenschaftler, den Diskurs rund um einen Begriff, rund um einen Wissensbestand als zentral oder zumindest relevant für ihr Forschungsvorhaben ausgemacht zu haben, gilt es in erster Linie, sich darüber klar zu werden, was Diskurs ist, was Diskurs bewirkt, was wie auf Diskurs einwirkt, und wie dieser (wenn überhaupt) zurückwirkt. Hinzu kommt die Frage nach der Herangehensweise an den Forschungsgegenstand, nach der Perspektive, aus der der Forscher ihn betrachtet. Es scheint vor allem jene, die sich noch nicht eingehender mit dem Diskurs als solches auseinandergesetzt haben, eine unübersichtliche Fülle an Diskurstheorien, Möglichkeiten der Diskursanalyse und Begriffsvariationen von Diskurs vor ein nicht zu unterschätzendes Problem zu stellen. Es bietet sich zwar scheinbar ein breites Spektrum an Instrumentarien an, die Selektion dieser, die zur Erreichung des angepeilten Forschungsziels verhelfen sollen, gestaltet sich aber insofern als schwierig, als 1. der Anschluss an die empirische Anwendung ein Stiefkind der theoretischen Beschäftigung mit Diskurs zu sein scheint, und 2. die unglaublich verzweigten und ineinander verwobenen Ansätze ein schwer aus zu differenzierendes Spektrum an wissenschaftlichem Handwerkszeug darstellt.

Reiner Keller bietet – in einer sehr kompakten und hervorragend übersichtlichen Form – einen Leitfaden an, versucht dem Sozialwissenschaftler/der Sozialwissenschaftlerin einen „Ausweg“ zu zeigen aus dem Diskurslabyrinth. Seine gut strukturierte Herangehensweise beginnt bei einer kurzen Einführung zu Relevanz und Aktualität des Themas, geht nahtlos in eine (historische) Erläuterung der zentralsten Überlegungen zu Diskurs über, und bereitet anschließend verschiedene Perspektiven ein wenig ausführlicher auf. Die Vorstellung der empirischen Instrumentarien, des Forschungsprozesses ist insofern erwähnenswert, als dass Keller seinen Lesern eine Brücke zwischen diesen/m und den zuvor erläuterten theoretischen Ansätzen baut.[1]


[1] Keller, Reiner (2004): „Diskursforschung. Eine Einführung für SozialwissenschaftlerInnen“, 2. Auflage, Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden.

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Mittwoch, 18. April 2007

Doetsch, Hermann (2006); "Körperliche, technische und mediale Räume"

Geschrieben von Christoph Clar in Raum
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Seit Kant wird Raum (wieder) untrennbar vom wahrnehmenden Subjekt gedacht. Entscheidende Folge ist die gegenseitige Abhängigkeit der Variablen Raum, Subjekt und Wahrnehmung. Im auf Kant folgenden 19. Jahrhundert war Wahrnehmung also „Effekt der Einwirkung der Umwelt auf den jeweiligen, kontingenten und Veränderungen in Zeit und Raum unterworfenen Körper“<!--[if !supportFootnotes]-->[1]<!--[endif]-->. Folgerichtig verliert der Körper seine Funktion als subjektive, bewusst wahrnehmende Instanz. „Die Bedingungen von Wahrnehmung [so skizziert Doetsch also] sind Variablen eines labilen Gefüges aus körperlichen und technischen Bedingungen, die sich in Signalen verdichten und stabilisieren“<!--[if !supportFootnotes]-->[2]<!--[endif]-->. Als Zentralbegriff dieses Gefüges und seiner konzeptionellen Erfassung im darauf folgenden 20. Jahrhundert erkennt Doetsch Medien. Logischer Schluss daraus wäre die Annahme von Raum als Effekt der Medien.

Dieser theoretischen Erkenntnis zugrunde liegende Überlegungen sind (in der Auswahl von Jörg Dünne und Stephan Günzel) vorderhand André Leroi-Gourhans Theorie der Anthropogenese und Jacques Lacans Theorie der Genese des Subjekts.

<!--[if !supportFootnotes]-->

<!--[endif]-->

<!--[if !supportFootnotes]-->[1]<!--[endif]--> Doetsch, Hermann; S. 195

<!--[if !supportFootnotes]-->[2]<!--[endif]--> Doetsch, Hermann; S. 195

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Montag, 9. April 2007

Vorläufige Vorgehensweise; Planungsideen April 2007

Geschrieben von Christoph Clar in Projekt Fortschritte
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Vorüberlegungen (stichwortartig):

 

Wir nehmen an, dass der Europäische Raum ein relativ willkürlich konstruiertes, kognitives Konstrukt ist. Könnte man diese Annahme nachweisen, die Konstruktion nachzeichnen, könnte man in direktem Anschluss dieses Konstrukt in seiner Funktion als Mittel der Abgrenzung ad absurdum führen (zum Beispiel oder vor allem in seiner wissenschaftlichen Verwendung). Auch wenn die Annahme der Konstruktion des Europäischen Raums bei genauem Hinsehen von vielen Seiten bestätigt würde und keine neue Erkenntnis darstellt, wird dieses Konstrukt nach wie vor unwidersprochen verwendet und Annahmen darauf aufgebaut. So bedient sich beispielsweise die Wissenschaft gerne an dieser willkommenen Reduktion der schwierig zu erfassenden Komplexität des internationalen Systems.

Der Raum-Diskurs ist dabei nicht Mittel, sondern Ausdruck dieser Fehlentwicklung. Eine Analyse des Diskurses soll demnach die Verwendung des Begriffes Europäischer Raum aufschlüsseln; inklusive aller darauf einwirkenden Variablen. So sollte man zu den Wurzeln der Konstruktion der gegenwärtigen Auffassung von Europäischer Raum vorstoßen können.

Welche Kriterien von Raum erfüllt diese Konstruktion (siehe z.B. Weichharts Räume)? Welchen Nutzen erfüllen diese (z.B. Identitätsstiftung, Reduzierung von Komplexität, etc.)? Und welche Probleme ergeben sich daraus (z.B. verkürzte wissenschaftliche Darstellung, Verwendung als Legitimation von Politik der Aus- und Abgrenzung, etc.)?

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