Europa entgrenzt.

Einträge für März 2007

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Samstag, 24. März 2007

Weichhart, Peter (1999); "Die Räume zwischen den Welten und die Welt der Räume"

Geschrieben von Christoph Clar in Raum
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Eingedenk dessen, „wie sehr wir in unserer Auseinandersetzung mit der Realität [...] von unseren kognitiven Konstrukten und unserer Sprache bestimmt werden“[1], geht der Autor Peter Weichhart im vorliegenden Artikel auf die Konzeption eines, wenn nicht des(!) Schlüsselbegriffes der Geographie ein; Raum. Er tut diesen Schritt primär aus der Sicht eines Geographen, bereitet die relevanten Ansätze jedoch sehr disziplinenübergreifend anschlussfähig und für Vertreter (anderer) Sozialwissenschaften nicht nur verständlich sondern auch nutzbar auf.

Grundlage seiner hier dargelegten Überlegungen ist die Einbettung in den Kontext des diesen Artikel beherbergenden Sammelbandes zur handlungsorientierten Sozialgeographie Benno Werlens’. Werlen ist jener Vertreter der Human- und/oder Sozialgeographie, der das Projekt der subjektzentrierten Handlungstheorie als konzeptionelle und methodische Grundlage für seine Disziplin am weitesten vorantrieb. Werlen fordert eine grundlegende Umorientierung des geographischen Tatsachenblicks. Seine Sozialgeographie der alltäglichen Regionalisierungen soll eine Neuformulierung des Raumbegriffes ermöglichen bzw. anbieten.



[1] Weichhart, Peter; S. 67

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Montag, 19. März 2007

Weichhart, Peter (1996); "Die Region - Chimäre, Artefakt oder Strukturprinzip sozialer Systeme?"

Geschrieben von Christian Neugebauer in Raum
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Zuerst ein Satz in eigener Sache: Unser Dank gilt Prof. Peter Weichhart vom Institut für Geographie und Regionalforschung der Universität Wien, der uns - neben anderen Literaturvorschlägen - den vorliegenden Text nicht nur empfohlen und zur Verfügung gestellt hat, sondern darüber hinaus auch so freundlich war, den Text zu kopieren und an meine Privatadresse zu schicken. Dafür ein herzliches Dankeschön!

Nun zum Text: Neben unserer Auseinandersetzung mit vorrangig philosophischen und naturwissenschaftlichen Raumzugängen haben wir uns in den vergangenen Tagen darauf verständigt auch einen Einblick in die Raumzugänge geographiewissenschaftlicher Ansätze vorzunehmen. Mit dem Text von David Harvey machte ich diesbezüglich den Anfang und der vorliegende Text ist als nächster Schritt in diese Richtung zu sehen. Im vorliegenden Text geht es grob gesagt um die Begrifflichkeit „Region“ und dessen Implikationen zur geographischen Raumtheorie.

"Weichhart, Peter (1996); "Die Region - Chimäre, Artefakt oder Strukturprinzip sozialer Systeme?"" vollständig lesen
 

Donnerstag, 15. März 2007

Harvey, David (1990); "Zeit und Raum im Projekt der Aufklärung"

Geschrieben von Christian Neugebauer in Raum
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David Harvey beginnt den vorliegenden Textteil mit dem Hinweis, dass er an das Konzept der „Verdichtung“ von Raum und Zeit anknüpft. Die Begrifflichkeit Verdichtung bezeichnet jene prozessuale geschichtliche Schnittpunkte, welche die „objektiven“ Eigenschaften von Raum und Zeit revolutioniert haben und darüber hinaus die menschliche Vorstellung von „unserer“ Welt radikal verändert haben. Verdichtung meint weithin erstens die Beschleunigung des Lebens und zweitens die damit einhergehende progressive Überwindung von räumlichen Schranken. Durch technischen Fortschritt (so z.B.: die Eisenbahn oder der Flugverkehr) und soziogeographische Globalisierung (z.B.: die Entwicklung neuer Kommunikationsmittel) scheint die Welt zu „implodieren“. In der Wahrnehmung des Menschen schrumpft die Umwelt und Raum und Zeit fallen immer enger zusammen. „In dem Maß, in dem der Raum [...] zu schrumpfen scheint [...] und sich die Zeithorizonte auf einen Punkt zusammenziehen, an dem nur mehr die Gegenwart existiert [...], müssen wir lernen, mit dem überwältigenden Eindruck von Verdichtung unserer räumlichen und zeitlichen Welt umzugehen“[1].


[1] Harvey, David (1990): Zeit und Raum im Projekt der Aufklärung. In: Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften (1995): Macht – Wissen Geographie. 6. Jg., Heft 3, Verlag für Gesellschaftskritik: Wien. (Dt. Erstveröffentlichung des Kapitels The Time and Space of Enlightenment Project, in: Harvey, David (1990): The Condition of Postmodernity. An Enquiry into the Origins of Cultural Change. Oxford u.a.; 240-259.

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Mittwoch, 14. März 2007

Barberi, Alessandro (2002); "Diskursanalyse und Historiographie. Prolegomena zu einer Archäologie der Archäologie"

Geschrieben von Christian Neugebauer in Diskurstheorie
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Eines vorweg: Der Titel dieses Artikels[1] klang für unsere Projekt vielversprechend, konnte aber schlussendlich nicht das halten, was er versprochen hatte. Der Bezug zu unserer Thematik ist ausgesprochen gering bis gar nicht vorhanden. Deshalb fasste ich den Artikel nur in dessen rudimentären Grundzügen zusammen und ließ es damit bewenden, ohne genauer auf den Inhalt einzugehen. Schlicht und ergreifend deshalb, weil er für uns von keinem weiterführendem Interesse ist.

Aufbauend auf Deleuze, Heidegger, Nietzsche und dem philosophischen Gegensatz zwischen Archäologie und Genealogie der Diskurstheorie versucht Barberi – in diesem Artikel – eine inhaltliche Auseinandersetzung und Annäherung an die epistemologische Perspektivpaare Idee versus Materie bzw. Diskurs versus Technik. Unter zu Hilfenahme eines Rekurses auf Historiographie und Geschichte näherte sich Barberi diesen epistemologischen Gegensätzen an. Als Ausgangspunkt seiner Analyse diente Barberi die permanente Herstellung von Formen der Historizität aufgrund der seit Jahren zu beobachtbaren Konfrontation zwischen Diskurs- und Mediengeschichte. Seine, diesem Artikel, zugrundeliegende Diagnose soll eine diskurshistorische Selbstreflexion des wissenschaftlichen Gegenstandes Geschichte ermöglichen, gerade weil das Aufeinanderprallen von Diskurs- und Mediengeschichte mit seiner inhärenten Historizität auf eine wissensgeschichtliche Bearbeitung drängt. Im Text selbst nimmt Barberi zwei wissenschaftliche „Probebohrungen“ vor, um den obigen Ansatz zu veranschaulichen. Erstens wird auf allgemeinem Niveau das Verhältnis von Diskurs, Medien und Historiographie im Kontext der Annales-Schule beleuchtet und zweitens wird ein Blick auf die Auswirkungen der Theorie des historischen Strukturalismus auf Permutationsmöglichkeiten der Geschichte geworfen.

Für mich als Leser des Artikels präsentierte sich dieses Vorhaben etwas konfus und war von einer Aneinanderreihung an Zitaten von verschiedenen Größen der geschichtswissenschaftlichen Disziplin (z.B. Braudel) geprägt. Da der vorliegende Artikel jedoch keine weiterführende Relevanz für unser eigenes Projekt besitzt, will ich meine magere Kritik darauf bewenden lassen und nicht weiter darauf eingehen.


[1] Barberi, Alessandro (2002): Diskursanalyse und Historiographie. Prolegomena zu einer Archäologie der Archäologie. In: Sieder, Reinhard (Hg.) (2004): Fakten Daten Diskurse. Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften. 15. Jg. Heft 2, Studien Verlag: Innsbruck, Wien u.a. 71-89.

 

Mittwoch, 14. März 2007

Bachelard, Gaston (1957); "Poetik des Raumes"

Geschrieben von Christian Neugebauer in Raum
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Im vorliegenden Text beschäftigt sich Bachelard mit der „Topophilie“; d. h. mit der Analyse „des glücklichen Raumes“. Zentral Aspekt hierbei ist die Eruierung des menschlichen Wertes von Besitzräumen. Für Bachelard bedeutet dies den Raum, als erfahrbares Etwas, in all seinen empfindungsmäßigen Konsequenzen zu untersuchen. Somit sind die, von der Einbildungskraft, erfassten Räume keine indifferenten, für sich allein stehenden Räume die nur den geometrischen Maßeinheiten zuzurechnen sind, sondern erlebbare Ausgedehntheiten, die nicht nur in ihrer Positivität erlebt werden. Stattdessen werden Räume mit aller Parteinahme der Einbildungskraft perzipiert. Bachelard versucht nun die gefühlsmäßigen Zugänge zur räumlichen Vorstellung anhand von gedanklichen Bildern – die Ausdruck des menschlichen Raumvorstellens sind – zu analysieren. „Unaufhörlich imaginiert die Einbildungskraft und bereichert sich mit neuen Bildern. Diesen Reichtum imaginierten Seins wollen wir erforschen“[1].


[1] Bachelard, Gaston (1957): Poetik des Raumes. In: Dünne, Jörg / Günzel, Stephan (Hg.) (2006): Raumtheorie. Grundlagentexte aus Philosophie und Kulturwissenschaften. Suhrkamp: Frankfurt/Main, S. 167.

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Dienstag, 13. März 2007

Merleau-Ponty, Maurice (1961); "Das Auge und der Geist"

Geschrieben von Christoph Clar in Raum
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Merleau-Ponty will sich (im vorliegenden Text) auf das tatsächlich Geschehende, auf jene Reize eingehen, die wirklich auf das Auge treffen; er verwehrt sich dagegen, alles Rezipierte als „Sinnestäuschungen oder gegenstandslose Wahrnehmungen am Rande einer unzweideutigen Welt“[1] abzutun. Er stellt sich also die Frage, was unser Sehen von außen her beherrscht. Er will sich nicht mit unwirklichen Abbildungen der Gegenstände, wie Spiegelbildern oder Reflexen, beschäftigen, da diese für unsere Vorstellung der Welt irrelevant sind. Den einzigen zwei Komponenten, denen Merleau-Ponty in diesem Kontext eine relevante Stellung einräumt, sind das Ding und der reflektierte Lichtstrahl, „der mit dem ersten in einem geregelten Verhältnis steht“[2].



[1] Merleau-Ponty, Maurice; S. 180

[2] Merleau-Ponty, Maurice; S. 181

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Donnerstag, 8. März 2007

Husserl, Edmund (1934); "Kopernikanische Umwendung der Kopernikanischen Umwendung"

Geschrieben von Christoph Clar in Raum
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Für Edmund Husserl sind Weltanschauung, die Anschauung einzelner Körper, Zeitanschauung und die Anschauung der Naturkausalität untrennbar mit der Anschauung von Raum verbunden. So wird bei ihm die Erde, damit eigentlich gemeint ist ihr Boden, zur Grundlage „für alle Körper in der Erfahrungsgenesis unserer Vorstellung“[1], als solches folglich zum Träger aller empirisch erfahrbaren Körper[2]. Es stellt sich die Erde also vorderhand in ihrer für Körper konstitutiven Funktion dar, die Sterne hingegen als nicht vollkommen zugänglich. Auf der Erde, an der Erde, von der Erde weg, auf die Erde hin, findet Bewegung statt. Ruhe und Bewegung haben erst in Bezug auf sie Sinn. Die Erde selbst ist ursprünglich in Bewegung; erst als zentrale Komponente des umfassenden Bezugssystems bewegt sie sich nicht. Die Erde, besser gesagt der Erdboden ist somit gedankliche wie reale Grundlage all dieser anfänglich erwähnten Anschauungen, sowie von Körpern, Bewegung, Beweglichkeit und Veränderlichkeit.



[1] Husserl, Edmund; S. 153

[2] Eingedenk dessen, dass Sterne nicht als Körper zu verstehen sind.

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Dienstag, 6. März 2007

Heidegger, Martin (1927); "Die Räumlichkeit des Daseins"

Geschrieben von Christian Neugebauer in Raum
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Heidegger betont und begründet die phänomenologische Idee des Raumes in der Zeit. Dabei grenzt er sich klar von „archäologischen Ansätzen“ bei Husserl oder den „geologischen Ansätzen“ von Merleau-Ponty ab. Für ihn besteht der Vorgang der Ergründung des Raumes in der „Destruktion“ der metaphysischen Systeme, das sich als transzendentale Beschreibung über die ursprüngliche Erfahrung gelegt hat. Insofern geht es Heidegger um eine neue Ontologie, befreit von den Irrtümlichkeiten der vorangegangenen Raumdiskursentwicklungen. Zentraler Irrtum und zugleich erste Begründung für seinen neuen Ansatz, ist die Diagnose, dass die Welt als Ganzes im philosophischen Bereich immer nur bezeichnet und nicht, wie notwendig, als Erfahrung von Wirklichkeit gedacht wurde.

Im vorliegenden Textauszug aus „Sein und Zeit“ geht es um die räumliche „Hervorbringung“ des Seins und deren Ausdehnung in der Welt.

"Heidegger, Martin (1927); "Die Räumlichkeit des Daseins"" vollständig lesen
 

Freitag, 2. März 2007

Lewin, Kurt (1917); "Kriegslandschaft"

Geschrieben von Christian Neugebauer in Raum
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Wie schon im vorangegangenem Artikel genauer ausgeführt, haben sich in der phänomenologischen Debatte drei unterschiedliche Diskurszugänge entwickelt: der frankophone, der deutsche und der anglophone. Einer der Hauptvertreter der anglophonen phänomenologischen Strömung ist Kurt Lewin. Unter anderen war Lewin eine der zentralen Figuren die zur Etablierung eines eigenständigen topologischen Zugangs zur Raumproblematik auf verhaltenswissenschaftlicher Grundlage beigetragen haben. „Für den Raum formulierte Lewin eine holistische Perspektive um zu einer „Ökologischen Psychologie“ zu gelangen, in der die Gesamtheit der Mensch-Umwelt-Beziehungen im Vordergrund stehen“. Die vorliegende Arbeit von Lewin beschreibt in ausgesprochener Praxisnähe die grundlegenden theoretischen Gedanken Lewins.
"Lewin, Kurt (1917); "Kriegslandschaft"" vollständig lesen
 

Freitag, 2. März 2007

Günzel, Stephan; "Phänomenologie der Räumlichkeit"

Geschrieben von Christoph Clar in Raum
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In der vorliegenden Einleitung versucht Stephan Günzel erneut, die in seinem und Jörg Dünnes Sammelband folgenden Texte zum Thema Raum prägnant und dennoch umfassend einzuleiten. An dieser Stelle sind es Vertreter der Phänomenologie, sowie ihrer Ableger oder Nachfolger, die sich mit dem Raumbegriff befassen. Texte von Kurt Lewin, Martin Heidegger, Edmund Husserl, Gaston Bachelard und Maurice Merleau-Ponty sollen in einem/n übergeordneten und verbindenden theoretischen wie wissenschaftsgesellschaftlichen Kontext vorgestellt und eingeordnet werden. Erneut gelingt es Günzel gut, die Hürde, komplexe Diskussionen und ihre Rahmenbedingungen auf wenigen Seiten in einer nachvollziehbaren Kontinuität darzustellen, unbeschadet zu überspringen.

"Günzel, Stephan; "Phänomenologie der Räumlichkeit"" vollständig lesen
 
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