Europa entgrenzt.

Einträge für Februar 2007

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Dienstag, 27. Februar 2007

Einstein, Albert (1954); "Raum, Äther und Feld in der Physik"

Geschrieben von Christian Neugebauer in Raum
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Mit Albert Einstein beginnt in der Raumbetrachtung eine neu Epoche. Spätestens seit der Entwicklung seiner allgemeinen und speziellen Relativitätstheorie ist das „Container-Modell“ Denken des Raumes nicht mehr haltbar und der Raum verliert seinen absolutistischen Anspruch, der über Jahrzehnte hinweg zentraler Angelpunkt der Begrifflichkeit Raum gewesen ist. Die Verbindung von Zeit und Raum wird zum neuen Axiom der modernen Raumbetrachtung. Nur im Zusammenspiel und interaktivem Miteinander können sich die beiden Begriffe ihre Eigenständigkeit bewahren, andernfalls würden sie für sich alleine genommen in den Schatten der Wissenschaft sinken. Raum ist nicht mehr weiter aus sich heraus gegeben, sondern wird erst durch die Interaktion von Raumkörpern bzw. menschlichen Handlungen gemacht und bestimmt.
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Montag, 26. Februar 2007

Kant, Immanuel; Drei Texte über den Raum

Geschrieben von Christian Neugebauer in Raum
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Vorweg ein Satz in eigener Sache: Es ist immer wieder ein ergiebiges – wenn auch zeitraubendes und durchaus anstrengendes – Vergnügen sich mit Texten von Immanuel Kant auseinander zusetzen. Im vorliegenden Fall versuche ich drei Arbeiten von Kant zum Begriff Raum inhaltlich zusammen zu fassen: (1) Von dem ersten Grunde des Unterschiedes der Gegenden im Raum (1768); (2) Von dem Raume (1770); (3) Was heißt: sich im Denken orientieren? (1786). Zentral ist in allen drei Texten – neben der grundsätzlichen Auseinandersetzung mit dem Raum an sich –, dass Kant keinen rein naturwissenschaftlichen Zugang zur Thematik wählt, sondern transzendental argumentiert und dadurch versucht die Bedingungen der Möglichkeit von Aussagen über die Natur zu bestimmen.
"Kant, Immanuel; Drei Texte über den Raum" vollständig lesen
 

Freitag, 23. Februar 2007

Uexküll, Johann Jakob von; "Gedanken über die Entstehung des Raumes"

Geschrieben von Christoph Clar in Raum
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Uexkülls Beschäftigung mit der Entstehung des Raumes beginnt – in diesem Text – bei Kant, und dessen Nachweis einer „überall wirksame[n] Urkraft, die er nach ihren Leistungen die produktive Einbildungskraft nannte“[1]. Uexküll nennt diese im Folgenden produktive Bildungskraft, und beschreibt sie als jene Kraft, die es dem Individuum ermöglicht, „zahlreiche und verschiedenartige Teile zu einem neuen einheitlichen Ganzen zusammenzufassen.“[2] Eindrücke (Sinnesempfindungen) machen Elemente aus; aus diesen sind/werden Gegenstände zusammengesetzt – die Bildungskraft formt also Sinnesempfindungen zu einer neuen Einheit. Diese Formung erfolgt nach inneren feststehenden Regeln, welche Teil der Seele sind, und vergleichbar zu Strukturteilen materieller Organismen funktionieren.



[1] Uexküll, Johann Jakob von; in: Dünne, Jörg/ Günzel, Stephan; S. 85

[2] Uexküll, Johann Jakob von; in: Dünne, Jörg/ Günzel, Stephan; S. 85

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Donnerstag, 22. Februar 2007

Leibniz, Gottfried Wilhelm; Briefwechsel mit Samuel Clarke

Geschrieben von Christoph Clar in Raum
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Der Anfang des vorliegenden Briefwechsels zwischen Gottfried Wilhelm Leibniz und Samuel Clarke – über Raum und verschiedene dazugehörende philosophische Komponenten –  datiert vom November des Jahres 1715 und fand sein Ende durch Leibniz’ Tod am 14. November 1716 in Hannover.

Im Folgenden sollen die wichtigsten inhaltlichen Eckpfeiler der vorliegenden Debatte der Beiden nachgezeichnet werden; die Schwierigkeit besteht ganz sicher darin, dass Leibniz und Clarke aus ihren wissenschaftlichen und philosophischen Überlegungen heraus argumentieren, ohne – aufgrund der privaten Natur eines persönlichen Briefwechsels – auf außenstehende, geschweige denn eine gewisse Vorbildung vermissende Leser einzugehen. Dementsprechend abrupt und unvermittelt der Einstieg in die inhaltliche Debatte ...

"Leibniz, Gottfried Wilhelm; Briefwechsel mit Samuel Clarke" vollständig lesen
 

Donnerstag, 22. Februar 2007

Günzel, Stephan; "Physik und Metaphysik des Raums"

Geschrieben von Christoph Clar in Raum
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Als einer von zwei Herausgebern des umfassenden Überblicks Raumtheorie über Grundlagentexte und Klassiker des raumtheoretischen Diskussionsprozesses, die noch heute keinerlei Gültigkeit und Relevanz für eine Betrachtung dieser philosophisch-kulturwissenschaftlichen Debatte vermissen lassen, übernimmt Stephan Günzel im vorliegenden Text die Aufgabe, dem Leser sehr aufschlussreiche einleitende Grundgedanken und Verweise auf historische Rahmenbedingungen mit auf den Weg zu geben. Und zwar für jene Beiträge zu dieser Debatte, die der Ansicht der Herausgeber nach, den Diskurs des 20. Jahrhunderts mitgeprägt haben, obwohl sie zum Teil mehrere Jahrhunderte zuvor erzeugt worden waren. Sind es in den anderen fünf Teilen des Buches Texte, die ausschließlich im Verlauf des 20. Jahrhunderts (oder frühestens Ende des 19. Jahrhunderts) entstanden, so müssen die im Folgenden zusammengefassten Erläuterungen einen Text von René Descartes (aus dem Jahre 1644), einen Briefwechsel zwischen Gottfried Wilhelm Leibniz und Samuel Clarke (1715/1716), und drei Schriftsegmente von Immanuel Kant (zw. 1768 und 1786), sowie ein Dokument von Jakob Johann von Uexküll (1913) und eines von Albert Einstein (1954) umrahmen und in einen gemeinsamen Kontext, eine konsistente Genealogie einbetten.

Insgesamt sollen die Texte des auch diese Einleitung beinhaltenden Sammelbands u.a. in folgenden Kontext eingeordnet dargestellt werden:

-         Denken des Autors

-         Zeitgenössische Diskussion

-         Anschluss zur gegenwärtigen raumtheoretischen Debatte

-         Anschluss an den Gesamtdiskurs

 

Der vorliegende Einleitungstext soll diese Anforderungen in Bezug auf eben erwähnte fünf Autoren und ihre Gedanken erfüllen; zu diesem Zwecke nähert sich Günzel – unter Berücksichtigung auch anderer einflussreicher Denker und Wissenschafter als nur der eben erwähnten – chronologisch an den Raumbegriff an.

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Dienstag, 20. Februar 2007

Descartes, René (1644); "Über die Prinzipien der materiellen Dinge"

Geschrieben von Christian Neugebauer in Raum
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Im ideengeschichtlichen Diskurs zum Begriff Raum nimmt der vorliegende Text zum einen eine ausgesprochen prominente Stellung ein und zum anderen ist die Abhandlung von Descartes als ein wichtiges Zwischenstück zwischen dem alten antiken, scholastisch-mittelalterlichen „Topos" Denken und dem damalig neuen newton´schen Raumbegriff einzuordnen. Descartes Denken steht für eine Überwindung der einheitlich gedachten Begrifflichkeit des Raumes, wobei der Doppelung der Welt in eine materielle Welt des Seins und einer gedachten Welt des Kognitiven eine zentrale Rolle zukommt. Im folgenden versuche ich aus der Sicht von Descartes die zentralen Aussagen seiner Abhandlung aus dem Jahre 1644 zusammenzufassen.
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Montag, 19. Februar 2007

Nonhoff, Martin; "Diskurs"

Geschrieben von Christian Neugebauer in Diskurstheorie, Methodologie
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Nonhoff leitet seinen Text ein, wie offensichtlich alle Autoren ihre Texte einleiten, die den Diskurs als Untersuchungsgegenstand aufgreifen. Er streicht die Hochkonjunktur der Begrifflichkeit innerhalb der Sozialwissenschaften heraus, betont dabei aber, dass es nach wie vor ein relativ vernachlässigtes Thema innerhalb der sozialwissenschaftlichen Theoriebildung geblieben ist. Das trifft insbesondere dann zu, wenn man die Fortschritte in anderen geisteswissenschaftlichen Disziplinen wie z.B. der Sprachwissenschaft oder der Ethnologie als Vergleich heranzieht.

Gleich zu Beginn seiner Auseinandersetzung mit vorliegendem Thema trifft er eine grundlegende Begriffsunterscheidung. Er trennt den Diskursbegriff auf in eine Diskurstheorie normativer Prägung einerseits und einen Diskursbegriff analytischer Prägung andererseits. Im Verlauf der Lektüre seines Textes hat sich diese begriffliche Aufspaltung als durchaus gelungen und nachvollziehbar erwiesen. 

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Sonntag, 18. Februar 2007

Keller, Reiner; „Wissen oder Sprache? Für eine wissensanalytische Profilierung der Diskursforschung“

Geschrieben von Christoph Clar in Diskurstheorie, Methodologie
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Reiner Keller geht nach einer kurzen Skizzierung der Schwachstellen und verkürzten Instrumentarien der den Sozialwissenschaften zur Verfügung stehenden Diskursanalyse sofort daran, eine neue Herangehensweise an Diskurse auszuarbeiten. Er schlägt „einen anderen ‚Ausweg’ aus der skizzierten Problemkonstellation vor: die Übersetzung des diskurstheoretischen und diskursanalytischen Programms in die (Hermeneutische) Wissenssoziologie und, damit einhergehend, die Nutzung methodischer Werkzeuge aus der qualitativen Sozialforschung.“[1]

Im vorliegenden Text nimmt er Anleihen an geschichtswissenschaftlichen Zugängen von Achim Landwehr und Philipp Sarasin, baut sein Gedankengebäude aber auch auf dem Fundament der Kritik an ihren Perspektiven auf. Weiters lehnt er sich verstärkt an Foucault`s Blickwinkel bzgl. Diskursanalyse an, lässt aber auch diesen nicht unangetastet. Zum Abschluss beschäftigt er sich durchaus praxisorientiert mit möglichen methodischen Arbeitsschritten, um seine theoretischen Vorüberlegungen für Sozial-, vor allem aber Geschichtswissenschafter anwendbar zu machen.



[1] Keller, Reiner; S.12

"Keller, Reiner; „Wissen oder Sprache? Für eine wissensanalytische Profilierung der Diskursforschung“" vollständig lesen
 

Dienstag, 6. Februar 2007

Systemtheorie senso Luhmann

Geschrieben von Christian Neugebauer in Sonstige Theorieansätze
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Eines gleich einmal vorweg: Nach der Lektüre von „Soziale Systeme“ (Luhmann: 1984), einiger Sekundärquellen und der Durchsicht von „Einführung in die Systemtheorie“ (Luhmann: 2002 – Eine Transkription der von Luhmann gehaltenen Vorlesung an der Uni Bielefeld) wurde für mich rasch klar, dass sich eine Zusammenfassung der luhmann´schen Theorie ausgesprochen schwierig gestalten wird.  Im folgenden möchte ich daher nur versuchen die Systemtheorie nach Luhmann in dessen Eckpunkten zu skizzieren. Die Darstellung erhebt natürlich keinesfalls den Anspruch die Systemtheorie in ihrer Gesamtheit darzustellen, sondern ist eine Widerspiegelung dessen, was mir als besonders interessant während der Lektüre ins Auge gesprungen ist.
"Systemtheorie senso Luhmann" vollständig lesen
 
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