Europa: Wer ist drinnen und wer ist draußen?

An den EU Außengrenzen herrscht ´Krieg´; das zeigt sich immer wieder an den katastrophalen Tragödien die sich in regelmäßigen Abständen ereignen und hunderten Menschen das Leben kosten.

Neben vielen fragwürdigen Zuständen, die in der Öffentlichkeit kaum bekannt und noch weniger in den Medien diskutiert werden (bspw. die Rolle von Frontex; die Zustände in den Auffanglager; der Asylantrag ist nur nach einer illegalen Einreise möglich, etc.), ist es vor allem immer auch eine Frage wer ist drinnen und wer ist draußen. Es geht um Inklusion und Exklusion.

Hier zwei interessante Zugänge zur Thematik:

Die aktuelle Ausgabe der politikwissenschaftlichen Zeitschrift polar beschäftigt sich mit vielfältigen Aspekten zu Fragen der Inklusion und Exklusion und unter anderem auch mit politischen Fragen im Kontext der „Festung Europa“. Hier der Klappentext zur Ausgabe polar 15: Grenzen Drinnen/Draußen:

Mit dem sozialen Gefälle wachsen auch die Grenzzäune – nicht nur zwischen einzelnen Ländern und Regionen, sondern auch innerhalb der Gesellschaften selbst. Häuserzeilen und ganze Stadtviertel verschwinden hinter Mauern und Alarmanlagen – sie werden zu Gated Communities. Türsteher verweigern den Zugang zu exklusiven Räumen, Clubs und Netzwerke versprechen Vorteile für abstiegsgeängstigte Aufsteiger. Wer drin ist, schließt die Tür hinter sich ab! Wie könnte demgegenüber eine neue Politik der Inklusion aussehen? An welchen Orten, durch welche Institutionen kommt die Gesellschaft zusammen? polar 15 wirft einen Blick auf die Grenzpolitik in Europa und den USA, aber auch auf die unzähligen „Illegalen“, die inkognito unter uns leben. Ein Heft über die Desolidarisierung der Mitte und den Verlust des öffentlichen Raums, über die Chancen der Inklusion und den Abbau von Blockaden, über die neuen Grenzen in und um Europa, über Grenzverwischungen und geschützte Räume, die nach Grenzziehung verlangen.

 

Die österreichische Künstlergruppe gold extra hat sich bereits 2010 auf unkonventionelle Art und Weise (zumindest für diese Thematik) dem Thema „Festung Europa“ gewidmet. In dem realistischen Computerspiel frontiers schlüpft man als Spieler in die Rolle eines Flüchtlings (oder der Grenzpolizei) an der EU Außengrenze und hat so die Möglichkeit einen Eindruck von den Zuständen zu gewinnen.

Das Spiel ist Teil der Dauerausstellung „World of Games“ im Medienmuseum ZKM in Karlsruhe und wurde mittlerweile vom österreichischen Kulturministerium ausgezeichnet.