Geliebte Kinder führen als Erwachsene keine Kriege

Am Lehrstuhl für Internationale Politik und Außenpolitik der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Köln besteht eine interessante Publikationsreihe: Die Arbeitspapiere zur Internationalen Politik und Außenpolitik (AIPA).

In einem dieser Arbeitspapiere wird unter dem Titel „Als Kind geliebte Menschen fangen keine Kriege an: Plädoyer für einen offenen Blick auf die Kindheitsursprünge von Kriegen“ vom Autor Sven Fuchs (AIPA, 4/2012) eine interessante Perspektive im Bereich Kriegsursachenforschung aufgemacht. Er geht der Frage nach, welche politischen Auswirkungen Gewalt in der Kindheit von Menschen haben, die über die individuellen Folgen hinausgehen. Hier der Abstract des Arbeitspapiers:

Der Inhalt dieses Textes ist im Grunde so einfach zusammenzufassen, wie es bereits der Titel andeutet. Gewalt gegen Kinder hat Folgen, nicht nur individuelle, sondern auch politische. Erstere sind weitgehend erforscht. Mit den politischen Folgen der Gewalt tut sich – so mein Eindruck – die Wissenschaft aber auch die Öffentlichkeit dagegen schwer. Das große Ganze, die Nation und die Gesellschaft, ist mehr als seine einzelnen Teile. Das stimmt sicherlich. Doch was ist, wenn die Mehrheit dieser Teile als Kind Gewalt erfuhr, statt Liebe und Geborgenheit? Was ist, wenn sogar ein erheblicher Anteil besonders schwere Gewalt erfuhr? Ein solcher Gesellschaftszustand stellt das grundlegende Fundament dar, auf dem gewaltvolle politische und soziale Konflikte und auch Kriege überhaupt entstehen können, was ich im Textverlauf darstellen werde.

Lesenswert.